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Freitag, 29. Januar 2016

[Nachgeschlagen!] Gut gedacht, blöd gelaufen?!


1888 eingeführt und momentan, anno 2016, wieder in aller Munde... Ein umstrittenes Gesetz, dass Konkurrenzfähigkeit garantieren und ein Kulturgut schützen soll. Ich spreche natürlich vom Buchpreisbindungsgesetz. Uff, was für ein Wort!

In letzter Zeit gab es ja etwas Furore wegen der Verschenkaktion Amazons und der Spekulation um die Abschaffung der Rezensionsexemplare. Darum soll es mir aber heute gar nicht gehen, denn dazu gab es ja bereits einige Posts, Aufreger und Diskussionen. Mich interessierte viel mehr die Buchpreisbindung selbst und nachdem ich da etwas recherchiert habe, dachte ich, dass euch meine Erkenntnisse bestimmt auch interessieren würden!

Zu allererst: Diese Buchpreisbindung kommt gar nicht von den Verlagen, die unbedingt Geld verdienen wollen und befürchten, jemand könnte Bücher verscherbeln! Ne, die sind selber daran gebunden und können diese Bindung erst nach vielen Monaten aufheben, und auch dann nur unter verschiedenen Voraussetzungen. Und wenn die Verlage sich nicht daran halten, können sie von sogenannten Preisbindungstreuhändern angeklagt und zu Geldstrafen "verurteilt" werden o.O


Warum das Ganze? Die Theorie bzw. Philosophie hinter der Buchpreisbindung ist die, das Bücher Kulturgüter und daher schützenswert sind. Im Gegensatz zu anderen Waren solle um Bücher also kein Preiswettbewerb stattfinden. Ob diese Ausnahme zu sonst freien Marktwirtschaft tatsächlich der richtige Weg ist, um dieses hehre Ziel zu erreichen, darüber kann und wird diskutiert. Zumal in der EU nur elf Staaten, unter anderem Deutschland und Österreich, diese Regelung getroffen haben. Großbritannien und die Vereinigten Staaten haben eine solche Preisbindung nicht...


Ausgenommen sind in Deutschland von der Buchpreisbindung nur als solche gekennzeichnete Mängelexemplare (daher diese ärgerlich hässlichen Stempel und Rillen ^^) sowie Bücher aus preisbindungsfreien Ländern, Das Gesetz bietet noch ein paar mehr Schlupflöcher, aber allzu viele sind es nicht. Nach einigen Diskussionen und Aufregungen wurde die Preisbindung auch auf eBooks ausgeweitet.


Eines besagter Schlupflöcher ist, neben Räumungsverkäufen, die Vergabe von Lese- und Rezensionsexemplaren. Diese wurden ja nicht "unter dem Preis verkauft", sonder de facto verschenkt oder getauscht - gegen die Arbeit des Rezensenten. Eine, wie ich finde, faire Sache. Ich verstehe auch gar nicht, wieso die Verlage eigentlich an Preise durch Börsenvereine gebunden sind?! Sie produzieren die Bücher doch auf ihre Kosten und dann sollten sie doch auch den Preis jederzeit ändern dürfen? Ich meine, wenn ich jetzt einen Laden eröffne, bestimme ich doch auch über die Preise, wenn es meine Produkte sind?!






Ihr seht schon, ich bin gegen die Buchpreisbindung! Ja, ich verstehe Sinn und prinzipielle Idee, aber eine solche Preisbindung ist meiner Meinung nach nicht geeignet, um ein Kulturgut zu schützen. Im Gegenteil: So viele Bücher bleiben unverkauft und werden sogar entsorgt, weil sie sich zum festgeschriebenen Preis einfach nicht verkaufen lassen, Mal in Zahlen: In Deutschland kamen 2011(ja, ist lange her, trotzdem!) 82.048 neue Bücher auf den Markt. Im bindungsbefreiten England waren es 184.000 und in Amerika gar 304.912! Es scheint also, als würde die Preisbindung nicht der entscheidende Faktor zur 
Bewahrung der Bücher sein...




Jetzt interessiert mich aber eure Meinung! Wusstet ihr all´ das über die Buchpreisbindung bereits und wie denkt ihr über sie? Notwendiges Übel oder lästiges Überbleibsel aus 1888?!









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