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Dienstag, 24. Januar 2017

{R} Das Frostmädchen

 Rezension Das Frostmädchen
Das Frostmädchen | | Stefanie Lasthaus | | Heyne | | Roman | | B | | 400 Seiten | | 1/1

Als ihr Freund Gideon bei einem Streit handgreiflich wird, flieht die zwanzigjährige Neve hinaus in die klirrend kalte Nacht des kanadischen Winters und verirrt sich. Glücklicherweise wird sie rechtzeitig von dem jungen Künstler Lauri gefunden, der sie in seiner abgelegenen Blockhütte gesund pflegt. Bei Lauri fühlt sich Neve vom ersten Augenblick an geborgen, und zwischen den beiden entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte. Doch in der Nacht im Wald ist etwas mit Neve geschehen – etwas, das die uralte Wintermagie in ihr entfesselt hat …


Als ich dieses Buch begonnen habe, gab es bereits recht viele negative Rezensionen, davon war ich aber recht unbeeindruckt und freute mich schon auf die Geschichte, liebe ich doch momentan düstere Märchenadaptionen...



Bereits von der ersten Seite an war ich begeistert vom Schreibstil der Autorin, der unheimlich atmosphärisch ist und die Winterlandschaft Kanadas vor meinen Augen hat entstehen lassen. Außerdem flogen die Seiten nur so dahin, da die Geschichte angenehm leicht geschrieben ist.

»Du kannst nicht zwischen zwei Welten tanzen, Kind der Raunächte. Es würde dich irgendwann zerreißen, wenn du dich mitten in der Luft befindest. Und dann wirst du fallen und fallen, ohne je wieder einen Halt zu finden.«

Nach etwa der Hälfte des Buches kam ich aber zu dem Punkt, dass sich Enttäuschung bei mir einschlich und gegen Ende war ich einfach nur noch gelangweilt. Denn leider ist die Handlung langgezogen, um nicht zu sagen zäh. Es passierte kaum etwas - die Protagonisten stampften hin und her durch den Schnee, kamen sich näher und wichen wieder zurück und über die magischen Kräfte wurde man lange im Unklaren gelassen. Selbst die dramatisch inszenierten Endszenen konnten mich nicht fesseln, berühren leider schon gar nicht.

»Es hieß immer, dass man keine Macht über die Zeit hätte, doch aus einer gewissen Perspektive betrachtet stimmt das nicht. Gedanken waren ungemein stark, wenn man sie nur ließ. Sie konnten Stunden zu einem winzigen Wimpernschlag zusammenschmelzen.«

Was auch an den Charakteren lag. War mir Neve am Anfang zu naiv und schwach, wurde sie plötzlich unglaublich stark. Ich mochte diese unabhängige, kraftvolle und feministische Art und auch die Szene, für die es so viel Kritik gegeben hat. SPOILER! Damit meine ich, wie sie Gideon in den Wald lockt und ihn damit tötet, womit er sie innerlich umgebracht hat - Liebe. Oder in diesem Fall eben Sex. Ich fand, dass diese Szene etwas empowerndes hatte und finde es gut, dass Gideons Gewalttätigkeit eben mal nicht verharmlost und entschuldigt, sondern bestraft wird. Etwas drastisch, aber dennoch.

Nur wodurch diese Änderung so schnell eintrat, war mir nicht recht klar. Außer Lauri gibt es eigentlich keine weiteren bedeutenden Figuren, und er war -freundlich formuliert- LANGWEILIG!!! Ich mag keine schwachen Charaktere, egal ob sie männlich oder weiblich sind und Lauri hatte eigentlich lediglich eine tragende Rolle (ha, Wortwitz! Er trägt sie durch den Schnee! Bin ich lustig xD) in dem Sinne, dass Neve einen Retter brauchte und jemanden, in den sie sich verlieben könnte. Mir wäre es lieber gewesen, es hätte keine Lovestory gegeben...

»Auf eine Art, die er nicht verstand, trug der Winter Schuld daran, mit all seinem Schnee und seinen Stürmen, die es schafften, die bekannte Welt vorübergehend auszuradieren und durch eine neue zu ersetzen, die fantasievoller, mystischer und schrecklicher war. Sie bestand lange genug, um mit den Menschen zu spielen, und dann schmolz sie weg und verging. Zurück blieben die Wunden und Narben, die sie geschlagen hatte.«

Dieses Buch hätte soooo viel Potential gehabt, wenn die ganze "Durch-den-Schnee-laufen" Szenen gestrichen oder zumindest gekürzt worden wären und dafür den magischen Urkräften mehr Raum gegeben worden wären und Neve eine richtige Mission gehabt hätte, statt einen verwichtlichten Lauri an ihrer Seite ^^


 Fazit Das Frostmädchen Die Schneekönigin Heyne
VIELEN DANK AN DEN HEYNE VERLAG  FÜR DAS REZENSIONSEXEMPLAR!!! ♥

Großartiger, atmosphärischer Schreibstil und ein magisches, vor Kälte klirrendes Setting - aber  leider eine enttäuschend zähe Story, unaufregende Charaktere und wenig ergreifenden Emotionen! :( Neve hatte teilweise feministisch anmutende Züge, davon hätte ich gern mehr gesehen und weniger naive Verliebtheit...

atmosphärisch ~ langweilig ~ enttäuschend



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^^ mit einem Klick auf die Cover gelangt ihr zu den zugehörigen Rezensionen

Das Cover war einer der Gründe, warum ich dieses Buch überhaupt gelesen habe, da es eine düstere, aber märchenhafte Geschichte voller Magie, Zerbrechlichkeit und Stärke verspricht. Und die Schriftart finde ich auch wundervoll *-*

Der Titel ist passend gewählt, passt zur Geschichte und weckt Interesse.



Mögt ihr düstere Märchenadaptionen? Welche könnt ihr empfehlen? Und kennt ihr welche, in denen die Wilde Jagd vorkommt? Ich finde die nämlich wahnsinnig faszinierend...

Und dann zu einem Thema, dass in diesem Buch angeschnitten, leider aber nicht ausgearbeitet wurde: Feminismus. Welche Jugendromane, Fantasygeschichten und dergleichen könnt ihr empfehlen, die da interessante Ansätze aufweisen?

6 Landgänge

  1. Liebe Mary,

    leider ging es mir so wie dir. Das Buch hat mich leider auch sehr enttäuscht. Dabei hatte es wirklich viel Potenzial. Ich mochte die Protagonistin leider überhaupt nicht und die Story drehte sich irgendwie total im Kreis.

    Liebe Grüße
    Nadine

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    1. Ahoy Nadine,

      ja das war wirklich ärgerlich, so viel sinnloses Rumgestapfe im Schnee... und Neve, hmmm... ich mochte sie, als sie Gideon "verführt" hat, dass hatte etwas ziemlich starkes, nur sonst war sie einfach zu passiv. Und Lauri erst xD Den gab´s gefühlt nur, weil sie irgendwer rumtragen musste, haha :D

      LG, Mary <3

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  2. Huhu Mary,

    das es mir mit dem Buch ähnlich ging, hast du ja schon entdeckt. Aber bei der "tragenden Rolle" hab ich mich gerade nicht mehr halten können. 😂 Das passt perfekt!
    Aber schade ist es trotzdem, denn ich finde den Schreibstil auch sehr atmosphärisch.

    Liebe Grüße
    Silke

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    1. Ahoy Silke,

      dachte ich mir auch :P
      Und definitiv, ich würde einem weiteren Buch der Autorin vermutlich auch wieder ne Chance geben...

      LG, Mary <3

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  3. Liebe Mary,

    vielen Dank für deinen Kommentar und das Kompliment! Leider stecke ich gerade mitten in den Prüfungsvorbereitungen, sodass mein Blog und vor allem mein Instagram-Account viel zu kurz kommen. Das wird sich bis Mitte Mai auch nicht ändern, fürchte ich, dafür werde ich danach wieder voll durchstarten und dem bisher eher mäßig guten Lesejahr 2017 neuen Aufwind geben :)

    Es scheint, als seien viele Leser mit diesem Buch nicht zufrieden, was wirklich schade ist. Das Cover ist so schön und ich mochte die Schneeflöckchen zu Beginn jedes Kapitels... aber naja, es gibt sicher auch Menschen, denen das moderne Wintermärchen gefallen hat :)

    Ich schaue mich gleich auch wenig bei dir um, muss allerdings bald schon wieder zurück zu meinen Uni-Unterlagen...

    Viele liebe Grüße
    Jacy

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    1. Ahoy Jacy,

      ach das kenne ich zu gut... bei mir lief Januar/ Februar blogtechnisch wegen der Uni auch wenig und letztes Jahr im Abi war´s nicht viel besser ^^

      Stimmt, die Innengestaltung war zuckersüß *-*

      Viel Erfolg bei deinen Prüfungen!

      LG, Mary <3

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