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Freitag, 22. Juni 2018

Was wir von Rick Riordan (und Magnus) lernen können ~ {Special} Magnus Chase: Das Schiff der Toten

 Percy Jackson, Helden des Olymp, Magnus Chase, Apollo, Kane Chroniken, Love is love, Vielfalt, diverse, Mythologie

Wer schon mal ein Buch von Rick Riordan gelesen hat, der wird keine Rezensionen zu seinen Büchern mehr brauchen. Denn Riordan bleibt seinem Stil treu - stets laufen seine Bücher vor unwahrscheinlich komischer Situationen, grandios abgefahrener (Neu-) Interpretationen alter Sagen und Monsterreichtum über. Auch der Plot bleibt in allen Reihen grundlegend gleich - große Prophezeiung, Weltuntergang, viele Kämpfe und einzelne Aufgaben, finale Endschlacht im Land des Herkunfts der jeweiligen Mythologie. Und trotzdem weiß man nie, was als nächstes passiert, was Riordan noch so aus dem Ärmel schüttelt an Monstern, Bedrohungen und Göttern. Zumal man auch eher auf die Interpretation, denn auf die Bedrohungen an sich wartet - Riordan ist da unfassbar fantasiereich und macht aus angestaubten Fabelgestalten bowlende Riesen, netflixsüchtige Götter oder Hotelmanager. Kurzum, man liebt es oder man liebt es.

Daher möchte ich zum Finale der Magnus Chase-Trilogie auch keine klassische Rezension schreiben - wer noch nichts von Riordan gelesen hat, sollte schleunigst zum ersten Percy Jackson- Band oder Kane Chroniken- Teil greifen. Wer seine Bücher kennt, muss wahrscheinlich nicht davon überzeugt werden, dass auch das neuste Buch großartig ist. (Und das ist es!) 

Stattdessen möchte ich euch an anderen Gedanken meinerseits teilhaben - und zwar daran, was wir von Rick Riordan lernen können. Nicht nur im buchigen Sinne, was Autoren bei ihren eigenen Büchern könnten/sollten, sondern was wir alle im alltäglichen Leben anwenden und uns bewusst machen sollten.


#1 TEAMWORK
Wenn ich Fantasybücher generalisieren, definieren müsste - dann wäre wohl eines der Charakteristika, dass die Protagonisten die Welt stets im Alleingang retten (können, müssen und werden). Die Hauptprotagonisten retten sich stets gegenseitig, haben alles im Griff und sind, wenn es drauf ankommt, im Kampf plötzlich die absoluten Alleskönner. Bei Rick Riordan ist das nie so. Seine Helden schaffen es stets nur, den Weltuntergang zu verhindern, weil sie ein großartiges Team sind, in dem jeder seine Stärken und Schwächen hat. Magnus und Percy sind jeweils Titelhelden ihrer Reihen, bestreiten aber weder jeden Kampf, noch schaffen sie alles alleine. Auch die anderen Charaktere, sogar Randfiguren sind, kommen zu ihren glorreichen Augenblicken und der Gruppenzusammenhalt ist stets beeindruckend - egal ob auf der Argo II, im Nomos oder auf der Großen Banane. Und in "Das Schiff der Toten" gab es eine unwahrscheinlich herzerwärmende und starke Szene, in der Magnus sich genau dieser Stärke, der Stärke eines Teams, bewusst wird und sie gegen Loki ausspielt. BAMM!


#2 LOVE IS LOVE
In allen seiner Bücher spielen Liebesgeschichten stets eine Rolle. Die meisten davon stehen unter einem schlechten Stern, weil zum Beispiel die göttlichen Eltern des Paares einander nicht ausstehen können. Aber dann gibt es auch noch ein paar Beziehungen, die auf gesellschaftlichen Widerstand stoßen. Zum einen mein liebstes, wenn auch bisher nur angedeutetes, Ship: #Solangelo ♥ Die beiden Jungs sind einfach Zucker. Und dann ist da natürlich noch Alex. Genderfluide(r) Alex. Mir ist das Herz vor Begeisterung aufgegangen, als Magnus´ Gehirn sich kurzzeitig damit beschäftigt, von einem Jungen geküsst worden zu sein und wie er das fände, um dann von der enthusiastischen Erkenntnis, gerade von Alex Fierro geküsst worden zu sein, zum Stillstand gebracht zu werden. Denn genau das ist die Message - total egal, wer wen liebt. Wichtig ist nur, dass es Liebe ist. Gerne mehr LGTBQ, gerade auch in Fantasy. Aber vor allem: Toleranz ist ein erster Schritt, letztlich geht es aber um die Erkenntnis, dass es dieses besch*ene "normal" einfach nicht gibt. 

Noch eine Empfehlung meinerseits: "Hexenherz - Eisiger Zorn"!


#3 VIELFALT STATT EINFALT
Diese Lehre ist mit der zweiten eng verbunden - Figuren in (Fantasy-) Büchern, egal ob Haupt- oder Nebencharaktere, sind nur nur zumeist heterosexuell, sondern auch weiß, europäisch oder US-amerikanisch und finanziell privilegiert (bzw. zumindest nicht nahe oder in Armut). Eine Hidjab-tragendende Muslima, ein leicht übergewichtiger Kanadier mit chinesischen Wurzeln, Obdachlose oder ein Gehörloser, sowie allgemein People of Colour leider zu den "auffallend ungewöhnlichen" Buchcharakteren - und das obwohl die reale Welt doch so bunt und vielfältig ist! Nicht nur Buchautoren (wie Leigh Bardugo, der das in "Das Lied der Krähen" großartig gelungen ist), sondern und allen sollte bewusst sein, wie bereichernd Vielfalt, egal ob unterschiedliche kulturelle Erfahrungen oder religiöse Überzeugungen, ist!


#4 DU BIST GUT GENUG!
Ich finde Riordans Bücher stets auch motivierend und tröstlich beruhigend - klar, seine Figuren sind Helden, haben abgefahrene Fähigkeiten und retten in ihren Sommerferien mal eben die Welt. Aber sie sind mindestens genauso vielen Widrigkeiten ausgesetzt, wie du und ich. Schule, Freundschaft, Liebe. Sie haben Schwächen. Und auch wenn sie im Laufe der Bücher stärker, besser werden, bleiben sie sie selbst und behalten ihre Schwächen. Für mich ist die Botschaft von Riordans Bücher, dass jeder auf seine Art "gut genug ist", was immer das heißen mag. Das man stolz auf sich und seine Stärken, aber auch Schwächen sein kann, darf und soll. Das man einzigartig ist. Liebenswert.


#5 MYTHOLOGIE
Captain Obvious. Trotzdem die Nennung wert - ich glaube, mit einem Buch über die Sagen einer Kultur, sei es nun über die griechischen oder römischen oder ägyptischen Götter (oder eben die nordische Mythologie), kann man unmöglich mehr lernen, als mit Riordans Büchern. Selbst wenn man sich mit Mythologie auskennt, holt Riordan stets Monster, Geschichten und Götter aus der Versenkung, von denen man so noch nichts gehört hat. Und durch das Glossar kann man sich alle Namen nochmal ins Gedächtnis rufen. Mit diesen Büchern kann man also nicht nur eine Menge Spaß haben, sondern auch noch einiges lernen. Win-win!



Kurzum - die Bücher von Rick Riordan solltet ihr unbedingt lesen. Nicht nur sind seine Bücher unterhaltsam, humorvoll, überraschend, spannend und ungewöhnlich, sie vermitteln zugleich die wichtige Botschaft des gegenseitigen Respekts. Wundervoll ist zudem, dass Riordans Bücher, ähnlich wie Harry Potter oder Grishaverse, eine eigene Welt schaffen. Die entstehenden Überlappungen seiner Reihen - Gastauftritte bekannter Figuren in neuen Büchern - sind einfach großartig und ich liebe es, wie durchdacht alles ist. 

Wenn ihr jetzt Stöberlust habt - hier findet ihr alle meine Beiträge zur Percy Jackson- Pentalogie, zur Helden des Olymp- Pentalogie, zur Magnus Chase- Trilogie und zur Pentalogie um Apollo. Leider habe ich (noch?) keine Posts zu meiner liebsten Reihe, den Kane Chroniken. Shame on me!


 Rezension Magnus Chase Das Schiff der Toten Rick Riordan
VIELEN DANK AN DEN CARLSEN VERLAG FÜR DAS REZENSIONSEXEMPLAR

Für "Das Schiff der Toten" vergebe ich nur deshalb nicht 5 Anker, sondern ziehe einen halben ab, weil ich es schade fand, dass ein wichtiges Ereignis am Ende keine Auswirkungen mehr hatte beziehungsweise nicht mehr erwähnt wurde. SPOILER! Damit meine ich Magnus´ neu erworbene Fähigkeiten durch das Blut von Hearts Vater - ich hatte gehofft, dass sein Wyrd noch von Bedeutung sein würde oder zumindest die Götter was dazu sagen würden... Ansonsten war auch das neueste Riordan-Buch grandios wie gewohnt und zudem ein großartiger Reihenabschluss (auch wenn Magnus wohl noch ein paar Abenteuer erwarten...)!

fesselnd ~ divers ~ witzig

Seid ihr bereits (oder nur noch nicht) Riordan-Fan? Welche Reihe mochtet ihr am liebsten? Welchen Charakter? Welches Paar? Und welche Bücher/Reihen/Autoren könnt ihr noch empfehlen, die Vielfalt und Unkonventionalität feiern und wertschätzen? 


 Ähnliche Bücher in meiner Schatztruhe:
{mit einem Klick auf die Cover gelangt ihr zu den Rezensionen}
(Das) Schwert des Sommers (Der) Hammer des Thor Fenrir - Weltenbeben (Die) Kinder von Atlantis (Die) Wikinger

8 Landgänge

  1. Hallo Mary,

    hm, da läuft seit 18.06.2018 schon mal eine nette Blogtour dazu.

    Vielleicht ist das auch was für Dich?

    LG..Karin...

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    1. Ah danke für den Hinweis!
      Das sind echt gelungene Interviews :)

      Liebe Grüße und ein wundervolles Wochenende,
      Mary <3

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  2. Hallo Mary,

    bisher hab ich ich mit Rick irgendwie etwas schwer getan. Beim ersten Percy Jackson Buch hat mir sein Schreibstil irgendwie nicht gefallen und ich habe dann nach x Seiten abgebrochen, hatte aber eh vor noch einen Anlauf zu starten (ich hab irgendwie noch in Erinnerung, dass es mir etwas oberflächlich war). Vielleicht war ich auf einfach nicht in der passenden Lesestimmung.

    Von Magnus habe ich mir nach deinem Beiträgen das erste Buch auf den SUB gelegt. Die Serie werde ich also auch auf jeden Fall starten. Da ich aber gerade schon wieder was anderes lese nicht sofort. ;)

    LG

    Torsten

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    1. Ahoi Torsten,

      man muss sich auf Ricks humorvollen Schreibstil & die flapsige Art seiner Charaktere einlassen. Bei Percy muss man zudem noch berücksichtigen, dass er im ersten Band ja noch echt jung ist und alle anderen Reihen mit Protas Ü16 starten ^^ Percy entwickelt sich aber in den Bänden weiter, so ab Band 3 (und folgende Reihen) ist es nicht mehr so "oberflächig", finde ich.

      Falls du Riordan Bücher lesen wirst: Helden des Olymp erst nach Percy! Bauen aufeinander auf & sind zeitlich hintereinander. Magnus & Kane kann man getrennt lesen, wobei Magnus zeitlich nach HdO spielt.

      Liebe Grüße, Mary

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    2. Hey Mary,

      danke für die Hinweise. Ich wollte auch mit Percy starten allerdings war mir bisher nicht bewusst, dass die Reihen alle zusammen gehören. Das war also eher Zufall. ;)

      Jetzt mit dem Blog kann ich ja alles was mir nicht gefällt und gefällt rauslassen. :)

      Ok zugegeben, bei Harry Potter war der erste Band auch keine Meisterleistung aus Sicht von einem erwachsenen Leser. Das hat sich dann aber deutlich gesteigert.

      LG

      Torsten

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    3. Ahoi Torsten,

      na dann ist ja super :) Und ja, lose gehören die Reihen zusammen und ich feiere halt immer Anspielungen/ Gastauftritte aus "vorherigen" Reihen :D

      Und ja stimmt, Harry Potter wurde auch von Band zu Band besser. Ich bin also gespannt auf deine Meinung :)

      LG, Mary

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  3. Huhu Mary,
    vielen Dank für deinen Kommentar auf meinem Blog. Und eine schöne Rezi. Ich kann dir hier ja nur zustimmen und ich hoffe auch, dass man noch einmal auf Magnus und Alex und auch die anderen trifft. :)
    Liebe Grüße
    Mandy

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    1. Ahoi liebe Mandy und danke für deinen (Gegen-) Besuch :)
      Ich freue mich jetzt erstmal auf Apollo 2 und bin gespannt, was Rick Riordan nach dieser Reihe noch so im Petto hat...

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